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Eine Donauwelle wird zur Tauftorte

Vor einigen Tagen kam meine liebe Nachbarin zu mir (ich grüße dich von hier ganz ganz lieb) und bat mich um Rat. Seit fast 7 Jahren geht es bei mir heiß her und damit meine ich meinen Backofen, denn seit 7 Jahren muß er wirklich viel leisten und es gibt kaum einen Tag, an dem er mal nicht läuft. Natürlich wissen nicht nur Freunde und Familie, daß ich das Backen mittlerweile zu meinem Beruf gemacht habe. Mein Blog, als auch meinen Youtube Kanal wird regelmäßig mit leckeren Rezepten, Torten und Motivtorte bestückt. Meine komplette Nachbarschaft weiß auch bescheid, denn die meisten haben auch schon süße Leckereien, Brote, Kuchen und Torten von mir bekommen. Wenn ich dann spontan backe, bleibt doch immer sehr viel übrig.

Wir selbst können nicht immer alles alleine aufessen und wenn wir es tun würden könnte man uns schon durch den Ort rollen. Deshalb verteile ich die meisten meiner Backwerke in meinem näheren Freundes- und Bekanntenkreis.

Entschuldige, daß ich etwas abgeschweift bin, aber dadurch, daß ich und meine süße Tätigkeit in meinem Umkreis sehr bekannt ist, kommt es mitunter natürlich auch vor, daß es an meiner Tür klingelt und ich nach einem Päckchen Fondant, Backpulver, Mehl, etwas Zucker, aber auch um Rat gefragt werde. So nun auch meine liebe Nachbarin.
Sie kam zu mir und bat mich um Hilfe. Sie möchte eine Torte für eine Taufe backen und bräuchte meinen Rat. Das Handy wurde gezückt, ein Foto aus dem Internet hatte sie parat und sie präsentierte mir diesen süßen Fisch. Die Frage war nicht unbedingt nach einem Rezept, denn schnell stand auch fest, daß es einen Donauwelle werden soll, das Problem war eher, wie und wo fange ich da an, hält das über Nacht, sind das Oblaten usw. lange Rede, ich bot ihr schließlich spontan an, ob ich nicht die Torte für sie zubereiten soll (dem Blick nach war sie sichtlich erleichtert).

Was tun mit den Backwerken

Hin und wieder bekomme ich Backwünsche und meist sind es Tauf- oder Hochzeitstorten. Ich nutzte somit die Gunst der Stunde, denn diese Torte, auch wenn ich am liebsten alle meine Backwerke selbst behalten möchte, hatte somit auch einen dankbaren Abnehmer. Jedenfalls war ich so begeistert von der Idee dieser einfach herzustellenden Torte. Außerdem hab ich schon lange nach einem Anlass gesucht das leckere Donauwellenrezept meiner lieben Cousine zuzubereiten.
Der Kuchen selbst ist sehr leicht und ideal für Anfänger, das von mir hergestellte und dekorierte Cakeboard ist selbstverständlich optional, benötigt einige Zutaten und kann natürlich auch durch eine große Tortenplatte oder ein schöner Tortenteller ersetzt werden. Am Ende dieses Beitrages schreibe ich aber alles auf, was ich dafür verwendet habe.

Los geht’s los mit den

Zutaten für die Donauwelle:

für den Kuchen:
200g Butter
200g Zucker
5 Eier
1 TL Vanilleextrakt {Werbung}
300g Mehl
1/2 Pck. Backpulver
1 EL Kakaopulver
2 EL Milch
1 Glas Sauerkirschen

für die Buttercreme:
100g Zucker
35ml Wasser
2 Eiweiß (M)
1 Prise Salz
1 TL Vanilleextrakt {Werbung}
170g Butter

für die Schokoladen-Glasur:
200g Schlagsahne
100g Zartbitter Schokolade
1 Blatt Gelatine

Zubereitung der Donauwelle:

Die Kirschen in ein Sieb gießen und abtropfen lassen. Einen 28 bis 30cm Backring oder eine entsprechend große Springform am Boden mit Backpapier bespannen/auslegen und auf ein gerades Backblech setzen. Den Backofen auf 190°C Ober/Unterhitze vorheizen.

Bitte achte darauf, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben und die Butter von weicher Konsistenz ist. Diese wird zusammen mit Zucker und Vanilleextrakt in eine Rührschüssel gegeben und mit den Schneebesen des Handrühreres (oder mit der Küchenmaschine) hellcremig aufgeschlagen.
Die Eier langsam, einzeln nacheinander dazu geben und gut einrühren. Mehl, Backpulver und Salz mischen, auf die aufgeschlagene Masse sieben und kurz einrühren. Die Hälfte des Teiges in den Backring geben, gleichmäßig verteilen und mit einer Winkelpalette glatt streichen.
In die zweite Hälfte des Teiges Kakao und Milch geben, verrühren, bis ein gleichmäßiger Schokoteig entstanden ist und diesen auf den hellen Teig verteilen und vorsichtig glatt streichen. Die abgetropften Kirschen auf dem Schokoteig verteilen und den Kuchen ca. 30 Minuten backen.
Nach dem Backen den Kuchen einige Minuten in der Form auskühlen lassen, dann vorsichtig heraus lösen und auf einem Auskühlgitter vollständig abkühlen lassen.

Zubereitung der Buttercreme:

Die Eiweiße mit der Prise Salz in einen Rührtopf geben.
70g Zucker mit dem Wasser in einen kleinen Kochtopf geben und bei mittelhoher Hitze zu einem Zuckersirup bis 117/118°C aufkochen.

TIPP: Falls du ohne Thermometer arbeitest, der Sirup benötig etwa 6 bis 7 Minuten, bis er die entsprechende Temperatur hat. Er sollte nicht dauerhaft sprudelnd kochen, sondern nur simmern. Achte darauf, daß der Sirup hell bleibt, sonst wird er bitter.

Wenn der Zuckersirup etwa 110°C (ohne Thermometer nach 2 bis 3 Minuten) erreicht hat, die Schüssel mit den Eiweißen auf die Küchenmaschine geben und 30 Sekunden anschlagen. Ein Drittel des restlichen Zuckers einrieseln lassen, 30 Sekunden weiter schlagen, daß zweite Drittel dazu geben. Weitere 30 Sekunden schlagen und den restliche Zucker einrieseln lassen und solange weiterschlagen bis der Zuckersirup die entsprechende Temperatur erreicht hat. Die Eiweißmasse sollte dickflaumig und glänzend sein. Sobald der Zuckersirup die Temperatur erreicht hat, diesen unter ständigem Rühren und langsam in einem dünnen Strahl zu dem steifen Eiweiß einfließen lassen.

Kaltschlagen der Meringue Masse

Die Meringue Masse muß nun vollständig kalt geschlagen werden, das kann schon bis zu 20 Minuten dauern. Sie darf Zimmertemperatur bis lauwarm sein, aber keinesfalls heiß, denn sonst würde die Butter schmelzen. Diese wird nun in 2 bis 3 Portionen zu der Meringue Masse dazu gegeben und solange eingerührt, bis sie eine schöne cremige Konsistenz aufweist. Zuletzt kommt noch das Vanilleextrakt dazu, wird gut untergerührt und fertig ist die Buttercreme.

Der Kuchen ist ausgekühlt …

Um den ausgekühlten Kuchen einen verstellbaren Backrahmen spannen die Buttercreme darauf verteilen und kühl stellen. Zwischenzeitlich die Schokoglasur zubereiten. Dazu wird die Schokolade gehackt, mit der Sahne in einen Kochtopf gegeben und bei mittlerer Hitze auf dem Herd solange erwärmt, bis die Schokolade geschmolzen ist. Topf vom Herd nehmen. Gelatine in kaltem Wasser einige Minuten einweichen und anschließend zu der warmen Schokosahne geben und gut einrühren. Glasur etwas abkühlen lassen und auf die kalte Buttercreme geben. Donauwelle nochmals für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Vor dem Servieren den Backrahmen abnehmen.

Herstellen der Fisch-Tauftorte aus der Donauwelle:

Wie oben beschrieben habe ich die Donauwelle gebacken. Allerdings habe ich, nachdem der Kuchen ausgekühlt war, rundherum den dunklen Rand etwa 1cm abgeschnitten, damit die Torte auch seitlich eine schöne Optik hat, so wie bei einem Naked Cake.

Für den Fisch habe ich ein großes Kuchenstück mit einem heißen Messer rausgeschnitten und am Rand mit Zuckerstreusel dekoriert. Die Schuppen des Fisches sind kleine Backoblaten (4cm Durchmesser), die versetzt in den Kuchen gesteckt werden. Hierzu sollte die Schokoladenglasur gut angezogen sein, denn ist sie zu weich, weichen auch die Oblaten durch. Für die genaue Anleitung schaue dir auch das Video oben an. Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie die Torte entstanden ist.

Das Cake Board

Für das Cake Board habe ich eine Kapa Platte verwendet. Das ist eine Leichtschaumplatte, die es u. a. im Architekturbedarf zu kaufen gibt. Diese haben den Vorteil, daß man sie selbst auf die passende Größe mit einem Bastelskalpell oder Cuttermesser schneiden kann. Zudem ist die Oberfläche für Lebensmittel geeignet und kann deshalb mit Fondant und Co. dekoriert werden. Für das Cakeboard (es hatte eine Größe von ca. 30 x 40cm – und bitte darauf achten, daß es in den Kühlschrank passt!) wird etwa 700g blauer Fondant benötigt. Diesen kannst du fertig gefärbt kaufen, aber auch mit Lebensmittelpastenfarben selbst einfärben. Damit der Fondant auf der Kapo Platte kleben bleibt, wird dieser nach dem Ausrollen mit Lebensmittelkleber festgeklebt. Um das Ganze wie Wasser aussehen zu lassen kann der Fondant mit Piping Gel bestrichen werden.

Links {Werbung}:
Kapa Platte
Bastelskalpell
Fondant
Pastenfarben
Piping Gel*

Viel Freude beim Nachbacken!
Deine Nicole

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